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Die Lichtgeborenen

 

Aus dem Lichte wurde ich geboren, der großen Mutter Bauch,

als Lichtwesen wurde ich erschaffen

unendlich und groß.

 

War auch neugierig geboren,

wollte wissen um den Staub der Erde,

wollte fühlen des Wassers Strom,

wollte schaukeln in des Feuers Schein,

wollte sein wie ein Stein,

wollte tanzen wie ein Bär,

wollte schwimmen wie ein Fisch,

wollte wachsen wie ein Baum

und gehen wie ein Mensch,

wollte sein wie ich geboren

und strahlen als Kristall.

 

Wollte klingen wie der ewige Klang

und duften wie die Blüte fein.

 

Wollte Schmerz und Freud erfahren,

wollte Hoffnung und Resignation erkennen,

wollte Spiele spielen, singen, tanzen und lachen,

wollte mich vermischen

mit dem Staub und allem fremden Sein.

 

Ich vermischte mich, vergaß, und sehnte mich!

 

Nun erinnere ich mich,

ward einst aus dem Lichte geboren,

ward ein engelsgleiches Wesen,

ward groß und mächtig doch unerfahren,

wusste nichts zu tun mit meiner Macht.

 

Nun erinnere ich mich,

hab verloren mich auf meiner Reise,

von einem Körper in den nächsten,

von einem Stern zum anderen.

Hab durchwandert viele Galaxien und gelernt deren Sitten und Gebräuche.

Hab meinen Samen in die Leiber gelegt und bin weitergezogen.

Hab selbst mich besamen lassen und geboren neues Sein.

 

Nun erinnere ich mich,

komme von endlos weiter Ferne,

am Ende und inmitten des Universums liegt unendlich Heimatland,

voll Licht und Duft,

voll Klang und Schwung,

voll lieblichem Miteinander,

wo ewig berauschende Liebe blüht,

und klingende Körper hingebend tanzen,

wo Farben längst vergessen schwingen

und Rhythmus immer neu aus sich selbst entsteht.

 

Da war ich, vor Antritt meiner langen Reise,

dahin flüchtete ich, als ich die fremden Welten nicht ertrug,

dahin sehnte ich mich, als ich vergaß,

wo meiner Mutter Land und meines Vaters Geist.

 

Hier bin ich nun

Und erinnere mich ganz

an meines Ursprunges SEIN.

 

Hier bin ich nun

und weiß wer ich bin,

bin hier und gleichzeitig auch dort!

 

 


 

Copyright by: AN NIJA TBÉ – Auszug aus dem Buch: Lyrik – Wegweiser und provokante Fragen

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